Das heutige Human Design Insight hat das Thema Inkarnationskreuz.
Das klingt natürlich für einen Laien irgendwie sehr seltsam.
Was bedeutet denn das Kreuzinkarnation?
Inkarnation heißt ja per se in Karne, in Fleisch kommen, in die Form kommen.
Und im Human Design System ist das Inkarnationskreuz so wirklich die Rolle, die wir haben, die Lebensaufgabe, die wir haben, wenn wir als Bewusstheit
in Form kommen.
Und warum heißt es Kreuz?
Weil es setzt sich aus vier Elementen zusammen.
Der bewussten Sonne und Erde und der unbewussten Sonne und Erde.
Und die sind natürlich immer aufgrund der Berechnung um 88 Grad verschoben.
Und daher erweckt es den Eindruck eines Kreuzes.
Und natürlich kommen dann so Assoziationen wie Jesus Christus, der aufs Kreuz genagelt wurde, sind vielleicht schon irgendwie zulässig.
Wir können auch sagen, wir sind auf unser Kreuz genagelt, aber nicht im Sinne von, wir tragen das Leiden der Menschheit oder wir sind die Erlöser der Menschheit, so wie man es auch immer hat.
Ich bin auch mit dem Christentum ja nicht sehr auf Du und Du.
Es geht darum, seine Rolle zu erfüllen.
Und die Rolle beschreibt dieses Inkarnationskreuz.
Im Human Design System gibt es 192 Inkarnationskreuze.
Man unterteilt sie auf der einen Seite in sogenannte Rechte, persönliche Bestimmungskreuze, Juxtaposition, das ist das fixierte Schicksal, und Linke,
Inkarnationskreuze, die auch so als transpersonales Karma gesehen werden oder Sinn- und Zweckerfüllung durch und mit anderen Menschen.
Andererseits können wir uns aber auch die Inkarnationskreuze ansehen in vier große globale Themen, die natürlich in dementsprechenden unterschiedlichen Torthematiken und Inkelthematiken unterschieden werden.
Also wir haben die sogenannten Viertel.
Das heißt, das erste Viertel steht Sinn- und Zweckerfüllung mit und durch dem Verstand.
Das dritte Viertel steht hier Sinn- und Zweckerfüllung durch und mit der Form.
Das dritte Viertel Sinn- und Zweckerfüllung durch und mit Beziehung.
Und das vierte Viertel Sinn- und Zweckerfüllung durch Mutation und Transformation.
Wenn wir so das Human Design System kennenlernen und gerade Anfänger haben dann immer so die Frage, was ist mein Inkarnationskreuz?
Was bedeutet mein Inkarnationskreuz?
Wir können natürlich den Namen nennen.
Wir können auch, gerade wenn die Leute sehr neugierig sind, natürlich auch ein bisschen was über das Inkarnationskreuz erzählen.
Und ich bin halt grundsätzlich der Annahme, das ist ein riesiges Entwicklungsthema.
Und meine Annahme ist, dass man gerade so, wenn man am Anfang seines Prozesses steht, eher mit seinem Inkarnationskreuz weniger was anfangen kann.
Manche Namen sind auch verwirrend, andere sagen, ja, irgendwie kenne ich das schon.
Aber glaubt mir, die echte Bedeutung, das ist...
Langer, langer Prozess.
Und man hat am Anfang die Illusion, ja, ja, das kenne ich und das lebe ich und das ist eh meines.
Nein, ist es nicht.
Ich bin schon wirklich lange, lange im Design.
Viele Leute begleitet, viele Leute ausgebildet.
Und auch im Rahmen meines eigenen Prozesses hatte ich auch so ein bisschen die Illusion, na ja, ist eh irgendwie klar, oder?
Und ich bin ja zum ersten Mal mit den Inkarnationskreuzen im Jahr 2000 in Berührung gekommen.
Vorher gab es dies nicht als Unterrichtsthema, als Analyse-Thema.
Es gab bis zum Jahr 2000 genau zwei Inkarnationskreuze.
Das Gefäß der Liebe und die Sphinx.
Und ich habe noch meine Ausbildung ohne diesen Inkarnationskreuzen gemacht.
Allerdings bin ich dann im Jahr 2000 ja schon drei Jahre in meinem eigenen Prozess gewesen.
Und wir kennen ja so diesen siebenjährigen Dekonditionierungsprozess.
Und da heißt es ja auch immer so, naja, nach den ersten dreieinhalb Jahren, so bei Break-Even-Point, hat man schon gemerkt, dass man was erledigt hat.
Beziehungsweise, dass sich etwas geändert hat.
Und so mit sieben Jahren, sag ich immer, merken es eher die anderen als...
Einer selber, aber da merkt man dann, da ist wirklich was passiert.
Also die Informationen meines Inkarnationskreuzes kamen halt über den ersten Unterricht der Inkarnationskreuze im Jahr 2000 und dann war ich so circa drei Jahre im Human Design.
Und mein Kreuz heißt ja das Kreuz des Unerwarteten.
Ich kann mich noch ziemlich genau erinnern, bevor ich ins Human Design gekommen bin, hatte ich ja schon mein Leben durchgeplant.
Ich emeritiere irgendwo auf einer Uni als Professorin.
Wie heißt es so schön?
Der Mensch plant und Gott lacht.
Und gerade beim Kreuz des Unerwarteten.
Ich habe dann schon gemerkt, dass das der mit mir resoniert.
Und ich habe aufgrund dessen, dass ich halt immer mein Umfeld sehr irritiere mit meinem Inkarnationskreuz, habe ich gesagt, ja, ja, das ist schon irgendwie meines.
Aber was das wirklich bedeutet, das habe ich erst so bemerkt, nicht nur nach den ersten sieben Dekonditionierungsjahren, sondern es hat auch etwas mit dem Alter zu tun.
Was meine ich?
Wenn wir uns einmal so grundsätzlich das Thema anschauen, wann erfüllt man sein Inkarnationskreuz?
Wie ist es mit der Identifikation damit?
Wie spürt man, dass man wirklich seinen Sinn und Zweck erfüllt?
Schritt 1 ist natürlich die Dekonditionierung.
Das heißt, im Experiment sein.
Das heißt, Typ, Strategie, Autorität im Alltag einsetzen.
Und nicht nur fallweise, wenn es einem gerade passt, sondern immer, immer, immer.
Da hat man mal so den Grundstein gelegt.
Und der zweite Faktor ist das Alter.
Das heißt, selbst wenn ich noch sehr jung bin und sieben Jahre Dekonditionierung hinter mir habe, weiß ich noch nicht wirklich, was das bedeutet.
Ich habe schon eine gute Ahnung, ich erkenne es und ich weiß, ich bin am richtigen Weg.
Aber
Was das wirklich bedeutet, kommt mit dem Alter.
Denn wir wissen, im jungen Design sind wir Kind bis zum Saturn-Return.
Dann gehen wir in die frühe Jugend bis zur Uranus-Opposition und in die späte Jugend bis zum Chiron-Return.
Und ab dem Chiron-Return gehen wir in unser Erwachsenen-Dasein, in unsere Erntezeit.
Und das ist 5051.
Und das ist wirklich die Zeit, wo Ra auch immer gesagt hat, hier pflanzen wir unser Kreuz.
Das heißt, hier in der Erntezeit erkennen wir wirklich, wofür wir hier sind.
Und das auch nicht gleich mal mit 5051, sondern es braucht auch hier seine Zeit.
Also das Inkarnationskreuz, das wirklich für so viele, gerade Beginners, so absolut hot ist, es ist nett darüber Bescheid zu wissen, aber tatsächlich zu wissen, wofür man hier ist, das braucht es nicht.
Und dann gibt es natürlich auch immer wieder die Diskussionen, wie weit soll man das denn in einem Reading einbauen?
Und wie weit ist das am Anfang bedeutsam?
Naja, wenn wir uns unser Chart anschauen, wir haben eigentlich drei, ich sage jetzt einmal Elemente.
Das eine Element, die Rolle, Inkarnationskreuz.
Das zweite Element, wir sagen die Geometrie, die Bühne.
Denn die Rolle kann man so verstehen wie ein Schauspieler.
Und der Schauspieler braucht seine Bühne, auf der er seine Performance hat.
ausüben kann.
Und das sind die Mondknoten.
Und dann gibt es etwas, was wir als Charakteristika bezeichnen.
Es kommt eigentlich so aus dem Englischen und der Rat hat immer damals gemeint, das ist sowas wie die Möbelstücke.
Möbelstücke auf der Bühne, damit man einfach gut performen kann.
In den ersten Jahren, speziell in den ersten sieben Jahren,
ist das Wichtigste das Möbelstück, die Möbelstücke, die da rumstehen.
Und erst über die Möbelstücke kommt das Erkennen der Bühne und das Erkennen der Rolle.
Klingt jetzt ein bisschen absurd, aber was ist mit den Charakteristika gemeint?
Es ist der Bodygraph, es ist daraus resultierend Typ, Strategie und Autorität.
Und ohne Typ, Strategie und Autorität werde ich niemals meine
wahre Bedeutung meiner Inkarne in Form kommen, erlangen.
Und deswegen ist das das Hauptaugenmerk.
Und jetzt auch in Bezug des Readings, wie ich so meine erste Inkarnationskreuz-Ausbildung gemacht habe, das war im Jahr 2002, da wurde dann diskutiert, wann sollen wir denn ein Inkarnationskreuz-Reading anbieten.
Der Rat hat gemeint, Leute, vor sieben Jahren hat es überhaupt keinen Sinn.
Andererseits hat er gemeint, naja, man weiß ja schon mit so dreieinhalb Jahren, in welche Richtung es gehen könnte.
Die ersten Veränderungen sind da.
Naja, eventuell da.
Und er hat natürlich gewusst, wir sind alle in unseren Schadlöchern gestanden damals.
Und da gab es noch nicht so viele Leute, die sieben Jahre im Human Design waren.
Man muss bedenken, 2002.
Also,
Er hat dann gemeint, sie sollten doch im Experiment sein und wirklich schon Erfahrung haben mit Typstrategie.
Und ich bin dann so weit übergegangen, dass ich gemeint habe, indem ich das ein bisschen ausprobiert habe, ich muss eine Response dazu haben.
Und es ist ganz oft auch der Fall, wo ich sage,
Wir können nicht schon ein Inkarnationskreuzreden machen, aber es wäre empfehlenswert, ein zweites zu machen.
Weil selbst wenn man sich das ein zweites oder ein drittes Mal anhört, dieser wirkliche Tiefgang, den hat man erst in den Jahren.
Und natürlich, je älter, desto mehr greifbarer ist dieses Inkarnationskreuz.
Und natürlich, das Argument hier, eigentlich ist das die wichtigste Position im Chart, ja natürlich.
70% der Neutrindungs machen das Inkarnationskreuz aus.
Na klar ist das das Wichtigste.
Nur was fange ich mit dem Wichtigsten an, wenn ich nicht weiß, was es ist, wie es funktioniert, wenn es vor allem nicht greifbar ist.
Und irgendwann einmal, das erkläre ich alles an meinen Klienten, irgendwann einmal ist es eine automatische Entwicklung, wo die Charakteristika quasi schon integriert sind, die Bühne erkannt wird.
Wo muss ich denn performen?
Wie sieht denn meine Bühne aus?
Wie schaut denn meine Geometrie aus?
Und dann kann ich langsam erkennen,
Ja, tatsächlich, das Inkarnationskreuz ist das Be All and End All.
Und irgendwann einmal ist genau das der Leuchtturm des ganzen Charts.
Das ganze Chart drückt sich auch durch dieses Inkarnationskreuz aus.
Aber wie gesagt, Eile mit Weile, Schritt für Schritt.